Statue of Calliope
Marble.
Roman work of the 2nd century.
Inv. No. 312.
Rome, Vatican Museums, Pius-Clementine Museum, Room of the Muses, 18 Photo by Sergey Sosnovskiy

Statue of Calliope.

Marble.
Roman work of the 2nd century.
Inv. No. 312.

Rome, Vatican Museums, Pius-Clementine Museum, Room of the Muses, 18
(Musei Vaticani, Museo Pio-Clementino, Sala delle muse, 18)

Origin:
From the “Villa di Cassio” near Tivoli, 1744.
Description:
The head is an idealistic portrait of the 1st century and does not belong to the statue.

museum label

Deutsch 515. Statue einer Muse (‘Kalliope’) (Taf. 7 u. 8).

H. 1,29 m. Marmor des Körpers feinkörnig, weiß (pentelisch), der des Kopfes könnte der gleiche sein.

Ergänzt: Stirn in der Mitte und l. mit den Haaren darüber, Nase, l. Braue, l. Oberlid, l. Ohrläppchen, Kinn, ganzer Rand des Gewandes um den Halsausschnitt, vorn ein Stück weiter hinunter, r. Arm von oberhalb des Ellbogens an mit einem Stück des Gewandrandes darunter (weiter oben modernes Stiftloch zur Befestigung des Unterarms), untere Hälfte des l. Unterarms mit Hand und der Schreibtafel bis auf die rückwärtige untere Ecke, Teile der Faltenränder (an den vom r. Oberschenkel außen zurückgehenden Falten, an einer l. über dem Fels und einer weiter vorn, an der l. vom l. Unterarm herabgehenden), freier Rand des Mantels über dem r. Fuß, l. Fuß mit Gewandrand und Plinthe darunter. Ausbesserungen aus Gips an r. Ohr, Lippen, Rand einer Falte am Bausch r. vom l. Unterarm. Überarbeitet an l. Oberarm, an r. und l. Brust, Gewand zwischen den Unterschenkeln und am Felsen l. Ein großes Stück im Oberschädel herausgeschlagen, Beschädigungen am Rand des l. Ohrs und sonst.

Die Plinthe ist als Fels gebildet, ihr Rand (unten verschmiert) trat wohl zurück wie bei Nr. 503 usw. Gewand und Fuß sind vom Felsboden durch Rille abgesetzt.

Die Muse trägt einen Unterchiton mit Knopfärmeln S.57 (der nach Ausweis der Repliken bis zum Ellbogen reichte; am l. Arm ist der untere Teil des Ärmels modern weggearbeitet), einen ärmellosen, an den Schultern geschlossenen Chiton (nach den Repliken war vorn mehr vom Brustansatz frei als jetzt), der mit einem rundlichen Band mit Heraklesknoten unter den Brüsten gegürtet ist (die Enden ohne Quasten), und einen Mantel, auf dem sie sitzt; ein Teil ist vorn von r. über die Beine gelegt, das Ende fällt an der l. Seite herab, wobei ein Stück unter den l. Oberschenkel geklemmt ist; zu diesem Ende gehört eine Eckquaste vorn am Boden l. Von dem andern Ende ist ein Bausch von l. auf den Oberschenkel gelegt und dort vom l. Unterarm festgehalten; zwei Eckquasten in halber Höhe des Unterschenkels und am Boden. Die abstehenden Mantelteile öfter durch Stege gestützt. Die Anordnung ist hier, wohl infolge der Überarbeitung, unklar; das flach am Felsen anliegende Stück fehlt bei den Repliken. Der Sitz ist auch hier Fels, die Oberfläche der Plinthe Felsboden. Der r. Fuß ist höher aufgestellt: auf den Oberschenkel ist der r. Ellbogen gestützt — trotzdem ist der Oberarm über der Bruchstelle nochmals durch ein formloses Stück mit dem Oberschenkel verbunden, unklar, weswegen. Die Falten auf dem Schenkel werden vom Ellbogen zusammengedrückt. Die genaue Richtung des Unterarms ist nicht festzüstellen. Die Hand mag dem Griffel gehalten haben. Der l. Unterarm liegt auf dem Oberschenkel auf, die Hand hielt das Diptychon, sie war mehr gesenkt (Spuren auf dem Oberschenkel, die der Ergänzer nicht benutzt hat; weiter vorn Ansatz einer Stütze, die zur vorderen Ecke des Diptychons führte). Schuhe mit dicken Sohlen.

Die Repliken stimmen in allem Wesentlichen mit der vaticanischen Statue überein und lehren nichts neues. Es sind: Madrid H. 54 und 55 (EA. 1564. 1565); Florenz, Boboli EA. 291; Rom Thermenm. 8591 (Ludovisi Schr. 61); Mus. Mussolini IV 10 (Helbig 31067. Al. 28085); Wörlitz, Hos. 29 und (verkleinert) 31 (EA. II S. 27 f.). Montfaucon, Ant. Expl. I Taf. 61, 6 (nach Zeichnung von LeBrun) scheint S.58 mit keiner der genannten identisch. An keiner ist der Kopf erhalten, auch nirgends das Attribut. Die Schreibtafel unseres Exemplars genügt nicht zur Benennung oder zur Zuweisung eines bestimmten Gebiets. Neben der Hauptansicht von vorn ist besonders die von der l. Seite mit den reichen Faltenmassen wirkungsvoll.

Der ursprüngliche Kopf war gewiß eingelassen. Der jetzt aufgesetzte gehört nicht zu, da er zwar anscheinend im Marmor, aber nicht im Stil übereinstimmt. Er ist offenbar keine Kopie nach einem klassischen Werk, sondern ein idealisiertes Porträt der julisch-claudischen Zeit, da er den für diese charakteristischen Nackenschopf hatte. Er war zu seiner L. gewendet, der Hals ist größtenteils alt. Oben und hinten ist er nur angelegt.

Für Stil, Herkunft usw. vgl. zu 517.

Visconti, Mus. Pio-Clementino I Taf. 27 (ed. Rom.); Taf. 21 (ed. Mil.); Opere varie IV 435 Nr. 299.
Massi 113 Nr. 16.
Zoega, Welckers Zeitschr. 318.
Piroli-Piranesi, Musée Napoléon I Taf. 38.
Bouillon, Musée des antiques I 42.
Hirt, Bilderbuch Taf. 29, 12.
Pistolesi V Taf. 93 r.
Clarac, Musée 536, 1113.
Gerhard-Platner 215 Nr. 16.
Braun, Ruinen u. Museen 386 II.
Bie, Die Musen 72; ML. II 3279.
Amelung, Basis 41 f.
Helbig 3269.
L. Kjellberg, Tidskrift för Konstvetenskap 1920, 51.
Zum Kopf vgl. Amelung zu EA. 1121/2.

Phot.:
Inst. Neg. 1400 (K. v. r.).
Al. 6611. 6621 (mit 516/7).
And. 1413. 4802 (K.); a. 1364.
Mosc. 415 (von halbl.).
Inalt. 820 (St.). 1948 (K. l. P.).
Brogi 8328. 4142 (mit 516/7).
Sommer 3413. 1758 (mit 516/7).
Mang 165.

G. Lippold

Italiano 18. Statua di una musa (“Calliope”) con testa non pertinente (fig. 34)

Sul ritrovamento e la vendita cfr. Sala delle muse 7; tra il 1776 ed il 1780 venne restaurata da Gaspare Sibilla. La testa, non pertinente e piuttosto integrata, «d’una Musa con corona per risarcire la nostra Calliope mancante del capo» venne venduta nel 1779 da Giovanni Tili. In occasione dell’occupazione francese venne trasferita a Parigi (1798—1815). La connessione della testa al corpo della “Calliope” appare coerente: la testa è di tipo classicheggiante, forse una replica della metà del II sec. d. C., e poteva esser appartenuta ad una musa; il corpo appartiene alla serie tiburtina di muse della “Villa di Cassio”, ma l’identificazione con Calliope è dovuta prevalentemente alle integrazioni settecentesche delle tavolette (comunque ipotizzabili per la presenza di un angolo originario) e dello stilo. La musa della Poesia Epica è appunto caratterizzata dalla sua posizione — seduta, leggermente girata, in atto di scrivere su di un dittico — che trova vari confronti altrove (due al Prado di Madrid, una nel giardino di Boboli a Firenze, una “Cesi-Ludovisi” al Museo Nazionale Romano ed un’altra simile a Stoccolma). Rimane discussa la dipendenza di questa replica — e delle altre — dal prototipo del gruppo con le 9 muse di Philiskos di Rodi (cfr. Galleria delle statue 53); si può con certezza solo riconoscere una replica di età adrianea di un modello ellenistico del li sec. a. C., a sua volta ispirato ad un prototipo del IV sec. a. C.

Inv. 312;
G. Lippold, Die Skulpturen des Vatikanischen Museums, III 1, Berlin 1939, p. 56 n° 515 tavv. 78;
G. Lippold, Handbuch der Archäologie, München 1950, p. 302;
W. Helbig, Führer durch die öffentlichen Sammlungen klassischer Altertümer in Rom, I, (4a ed.), Tübingen 1963, 80;
K. M. Türr, Eine Museengruppe hadrianischer Zeit. Die sogenannten Thespiaden, Berlin 1971 (Mon. Artis Rom. X), pp. 28—29 e 66 n° 1 tav. 20;
B. Palma, in MNR, I/5, p. 89;
V. Farinella, Musei Vaticani. Arie classica, Città del Vaticano 1985, p. 35 n° 18;
C. Pietrangeli, La provenienza delle sculture dei Musei Vaticani, in Bollettino dei Monumenti, Musei e Gallerie Pontificie, VII, 1987, p. 126 n° 515;
R. Neudecker, Die Skulpturen-ausstattung römischer Villen in Italien, Mainz am Rhein 1988, p. 230 n° 66, 7;
J. Lancha, Lexicon Iconographicum Mythologiae Classicae, VII, p. 1021 n° 80;
A.-M. Leander Touati, Ancient Sculptures in the Royal Museum. The Eighteenth-Century Collection in Stockholm, I, Stockholm 1998, pp. 115, 134, 137.

G. Spinola
Credits:
(сс) 2006. Photo: Sergey Sosnovskiy (CC BY-SA 4.0).
Text: museum inscription to the sculpture.
© 1939. Description (1): G. Lippold, Die Skulpturen des Vatikanischen Museums, III 1, Berlin 1939, S. 56-58, Nr. 515.
© 1999. Description (2): G. Spinola. Guide cataloghi Musei Vaticani, 4. Il Museo Pio Clementino, 2. Città del Vaticano, Roma, 1999, p. 203, cat. no. SM 18.
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History of Ancient Rome