Statue of Erato
Marble.
Roman work of the 2nd century.
Inv. No. 317.Rome, Vatican Museums, Pius-Clementine Museum, Room of the Muses, 23Photo by Sergey Sosnovskiy

Statue of Erato.

Marble.
Roman work of the 2nd century.
Inv. No. 317.

Rome, Vatican Museums, Pius-Clementine Museum, Room of the Muses, 23
(Roma, Musei Vaticani, Museo Pio-Clementino, Sala delle muse, 23)

Tivoli, Villa of Cassius.
Origin:
From the “Villa di Cassio” near Tivoli, 1744.
Description:
The head is a copy of the Artemide Colonna and does not belong to the statue.

Deutsch 511. Statue einer Muse (“Erato“) (Taf. 7 u. 12)

H. 1,785 m. Marmor des Körpers feinkörnig, gelblich verwittert (pentelisch), der des Kopfes feinkörnig, weiß.

Ergänzt: Nase, Oberlider, größter Teil der Oberlippe, Kinn mit Teil der Unterlippe, Stück im Haar über der Stirn l., schmaler schräger Streifen über dem l. Ohr, dreieckiges Stück im Oberschädel r. vom Band bis zum Scheitel, untere Hälfte des Halses mit dem Rand des Gewandes hinten, Gewandrand von der Mitte vorn bis zur l. Schulter mit oberstem Knopf des Chitons, Flicken im Mantel auf der r. Schulter, Ende des von der r. Schulter nach hinten herabfallenden Gewandzipfels, Flicken im Gewand auf der r. Seite, r. Hand mit Vorderteil des Unterarms, l. Hand (Ansatzspuren der Hand an der Spitze des Kastens der Kithara), an der Kithara Steg, äußeres Horn, vordere äußere untere Ecke, vordere Ecke der Plinthe vor dem l. Fuß. Abgebrochen war der Hinterkopf, der hintere Teil des r. Unterarms. Überarbeitet das Löckchen vor dem l. Ohr, das Ende des Haars am Hinterkopf, wo das Nackenhaar angestückt war (rundes Loch). Das Gesicht geputzt und verschmiert. An der Unterseite der Kithara r. vorn Spur einer Abarbeitung. Am Bauch Rest einer großen Stütze, die zum r. Handgelenk ging.

Die Plinthe hat gerade Vorderfläche, sonst unregelmäßig gebrochenen Umriß. Die Oberfläche ist eben. Der Kopf gehört nicht zum Körper. Der ursprüngliche Kopf war eingelassen.

Die Muse steht ruhig, den l. Fuß entlastet zurück und etwas zur Seite gesetzt. Sie ist bekleidet mit einem Unterchiton mit Knopfärmeln, einem oberen Chiton mit Überschlag und breitem Gürtel, der hinten ganz, vom fast bis zum Boden reicht (hier durch kleine Stege mit der Plinthenoberfläche verbunden), und einem Himation, das sich im S.46 Rücken unterhalb des Gürtels ausbreitet; sein oberer Rand ist eingerollt, ein Zipfel ist über die r. Schulter zurückgeworfen, ein anderer liegt über dem l. Unterarm.

Beide Hände spielten die Kithara. Diese hat außen eine eckig abgedachte Wölbung, innen unten einen Kasten, an dem vorn ein Halbkreisbogen, seitlich zwei säulenförmige Leisten angebracht sind. Sie ist nicht von einem am l. Handgelenk befestigten Riemenband oder einem Riemen über der Schulter festgehalten. Amelung (bei Helbig) nimmt daher wohl mit Recht an, daß die Abarbeitung unter der Kithara von einer Säule oder dgl. herrührt, auf der sie aufstand, wie bei der Muse von Ambrakia (Bie, Die Musen 25 Abb. 2/3); die Stütze könnte auf der verlorenen Ecke der Plinthe gestanden haben, die wohl mit ihr herausgebrochen ist. Von den Saiten der Kithara sind keine Spuren vorhanden. An den Füßen Sandalen mit ausgezacktem Riemen, der zwischen 1. und 2. Zehe durchgeht. Ein Querriemen scheint unter die Zehen geschlupft. Der Umriß der Sohle folgt dem der 1. und 2. Zehe.

Das Attribut, die an den Kitharoden Apoll gemahnende Kleidung, die Einfachheit und Strenge der Faltengebung charakterisieren die Muse offenbar als die der Chorlyrik, die aber in der Entstehungszeit des Originals kaum den später üblichen Namen Erato trug. Ähnliche Tracht hat die Muse mit der Kithara auf dem Relief von Sagalassos, Lanckoroński, Städte Pamphyliens und Pisidiens II 140.

Von den Wiederholungen ist wichtig die in Kopenhagen (Ny Carlsberg 395, aus dem Fund von Monte Calvo), weil sie den Kopf bewahrt hat, mit Kranz (Reif, mit Band umwunden, daran Gruppen von Blüten). Die übrigen lehren nichts Neues. Es sind: Stockholm, Brising 7 (Heemskerck I fol. 26 v, Pal. Valle-Rustici). Louvre, Cat. somm. 377 (Fröhner 413; Giraudon 2223; umstilisiert, schmaler Gürtel). EhemalsTuilerien, Clarac, Musée 354, 1067; ferner eine Statuettenreplik schlechter Arbeit aus spätantoninischer Zeit (Kopf nicht zugehörig, Teil der Kithara erhalten) in Florenz, Pal. Guicciardini (von Amelung nachgewiesen; wird EA Ser, XIV B veröffentlicht).

S.47 Wenn man die Säule auf der l. Seite ergänzt, wird man die Hauptansicht wohl von der antiken Front der Plinthe zu nehmen haben, wobei die Kithara kaum verkürzt wird, Kithara und Säule ihr Gegengewicht in dem mächtigen Bogen des Mantelwulstes finden. In der Ansicht von der Front der modernen Plinthe kommt die für die Stilstufe charakteristische Verschmälerung nach oben deutlicher zum Ausdruck.

Der Kopf (Scheitel-Kinn 0,22 m) ist eine schlecht erhaltene und verdorbene Replik von dem der Artemis Colonna (Berlin 59). Er war etwas nach seiner L. gewendet, dementsprechend ist die Scheitelmitte nach l. verschoben.

Stil, Herkunft usw. vgl. zu 517.

Inschrift Pius VI. vorn an der Plinthe.

Visconti, Mus. Pio-Clementino I Taf. 22 (ed. Rom); Taf. 21 (ed. Mil.); Opere varie IV 439 Nr. 305.
Massi 184 Nr. 37.
Zoega, Welckers Zeitschr. 318.
Piroli-Piranesi, Musée Napoléon I Taf. 34.
Bouillon, Musée des antiques I 39.
Hirt, Bilderbuch Taf. 29, 9.
Pistolesi V Taf. 29 M.
Clarac, Musée 520, 1065.
Gerhard-Platner 215 Nr. 15.
Braun, Ruinen u. Museen 388 V.
v. Jan, Die griech. Saiteninstrumente (Progr. Saargemünd 1881/2) 27 Anm. 45—47.
Bie, Die Musen 64; ML. II 3279 Abb. 11e.
Amelung, Basis 39.
Helbig3 264.
L. Kjellberg, Tidskrift för Konstvetenskap 1920, 50.
Arndt zu EA. 2124.

Der Kopf:

S. Reinach, Rec. de Têtes antiques Taf. 161.
B. Schröder, Jdl. 26, 1911, 39.

Phot.: Inst. Neg. 1399 (K.). Al. 6613. And. 1415; 4803 (K.); a. 1371. Mosc. 408. Inalt. 821 (St.); 1942 (K.), Brogi 8322. Sommer 3415.

Abg. (K.): München.

Georg Lippold (1939)

Italiano SM 23. Statua di una musa (“Erato”) con testa non pertinente di Artemide (fig. 34)

Sul ritrovamento e la vendita cfr. SM 7. Nel 1778 il Sibilla iniziò il restauro e nel 1782 è documentato un pagamento al Pierantoni «per il restauro della testa applicata alla statua della Musa Erato», cui segui un nuovo intervento nel 1819 dell’Ilari; anch’essa fu portata a Parigi da Napoleone (1798—1815). La musa, coperta da un pesante peplo con himation, è colta nell’atto di suonare la cetra con il plettro. Il tipo si trova raffigurato in altre due repliche, una a Copenhagen e l’altra a Stoccolma, e si può considerare una replica adrianea di un originale ellenistico del III sec. a. C. (cfr. SM 14). Nella testa, antica ma non pertinente, si può riconoscere una replica (tardoflavia?) dell’Artemide “tipo Colonna”, il cui originale bronzeo dovrebbe risalire alla prima età ellenistica, ma ispirato a lavori fidiaci (del 450—430 a. C.).

Giandomenico Spinola (1999)

Inv. 317;
G. Lippold, Die Skulpturen des Vatikanischen Museums, III 1, Berlin 1939, p. 45 n° 511 tavv. 7 e 12;
G. Lippold, Handbuch der Archäologie, München 1950, p. 301 tav. 107, 3;
W. Helbig, Führer durch die öffentlichen Sammlungen klassischer Altertümer in Rom, I, (4a ed.), Tübingen 1963, 77;
K. M. Türr, Eine Museengruppe hadrianischer Zeit. Die sogenannten Thespiaden, Berlin 1971 (Mon. Artis Rom. X), pp. 17—18 e 64 n° 1 tav. 11;
E. Simon, LIMC II, p. 801 n° 15k;
F. Ghedini, in ASAtene, 63, 1985, p. 161;
C. Pietrangeli, La provenienza delle sculture dei Musei Vaticani, in Bollettino dei Monumenti, Musei e Gallerie Pontificie, VII, 1987, p. 125 n° 511;
R. Neudecker, Die Skulpturen-ausstattung römischer Villen in Italien, Mainz am Rhein 1988, p. 230 n° 66, 4;
G. Arciprete, in BollArch, 9, 1991. pp. 68 e 70;
L. Faedo, LIMC VII, p. 992 n° 169;
J. Lancha, LIMC VII, p. 1021 n° 80;
A.-M. Leander Touati, Ancient Sculptures in the Royal Museum. The Eighteenth-Century Collection in Stockholm, I, Stockholm 1998, pp. 124—126.

Credits:
(сс) 2006. Photo: Sergey Sosnovskiy (CC BY-SA 4.0).
2005. Text: museum information (23).
© 1939. Description (1): G. Lippold, Die Skulpturen des Vatikanischen Museums, III 1, Berlin 1939, S. 45—47, Nr. 511.
© 1999. Description (2): G. Spinola. Guide cataloghi Musei Vaticani, 4. Il Museo Pio Clementino, 2. Città del Vaticano, Roma, 1999, p. 206, cat. no. SM 23.
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