Quintus Hortensius Hortalus.

Marble.

Rome, Villa Albani

Description:
Deutsch Hortensius (Tafel VI).
(J. J. Bernoulli. Römische Ikonographie. T. I. Die Bildnisse berühmter Römer. 1882. S. 9899).

Q. Hortensius Hortalus ist geb. 114, gest. 50 v. Chr., wurde also 64 Jahre alt. Er war von plebeischer, aber vornehmer Familie und durchlief alle Aemter bis zum Consulat, welches er im 45. Lebensjahr bekleidete- Zugleich hatte er sich von früh an der Beredsamkeit gewidmet, und zwar dem prunkenden genus Asianum, in welchem, wie in der Redekunst überhaupt, er als der erste galt, bis ihm Cicero die Palme entriss; der Zauber seines Vortrags soll geradezu hinreissend gewesen sein. Doch diente seine Kunst ausschliesslich den Interessen der Optimaten. Als Mensch war er jenem verfeinerten Lebensgenuss ergeben, den seine vornehmen Zeit- und Standesgenossen, darunter L. Lucullus, bis zum höchsten Raffinement ausbildeten.

Wir kennen sein Bildnis aus einer kleinen mit seinem Namen versehenen Herme oder Büste der Villa Albani Nr. 953 (abgeb. Taf. VI.)1, dem Gegenstück des ebenda befindlichen Isokrates, welche beide, unbekannt welches Fundorts, durch den Cardinal Alex. Albani erworben wurden. Die Büste ist bedeutend unter Lebensgrösse. Nase, Lippen und Kinn sind ergänzt; der Kopf aufgesetzt, aber wie es scheint zugehörig, trotz den übermässig breiten Verhältnissen von Brust und Schultern, welche letztere hermenartig gestaltet, aber wie an den Büsten unterhöhlt sind. Sie stellt den Redner in mittlerem Lebensalter dar. Schädelbau und Haarwuchs haben etwas Claudisches; der Schädel ist über den Ohren ein wenig ausgeladen, die Stirn hoch und frei, die Nase mit ihr in derselben Flucht, der Blick fest und durchdringend (die Pupillen angegeben), die Wangen etwas mager. Charakteristisch die vorgewölbten Muskeln der Unterstirn, die in der Mitte eine breite zur Nasenwurzel herabführende Furche bilden. Obgleich die Arbeit mittelmäßig, erhält man doch den Eindruck eines bedeutenden Mannes, wenn auch vielleicht nicht gerade den, welchen der historische Charakter des Hortensias voraussetzen lässt. Die Aufschrift QUINTUS HORTENSIUS steht auf dem unteren Teil des viereckigen Bruststücks, ohne dass ein besonderer Rand für sie ausgespart wäre, was indes zu keinen Zweifeln Anlass geben kann. Die Epigraphiker (Mommsen) halten sie für echt.

Die angebliche Hortensiusstatue im Museo Torlonia Nr. 115 hat einen modernen, ciceroartigen Kopf. Der Grund ihrer Benennung ist offenbar nur die rednerische, an den Neapler Aeschines erinnernde Haltung (die linke Hand auf den Rücken gelebt).  Und wohl eben dieses Umstandes wegen wurde früher eine Gewandstatue im Museo civico zu Verona2 so genannt. Aehnlichkeit mit der albanischen Herme hat keine von beiden.

Eher könnte der Kopf auf einem Sardonyx bei Cades V. Nr. 206 mit der Beischrift Q. HOR. als dieselbe Person gefasst werden; doch würde es ohne die Beischrift schwerlich geschehen. Es fragt sich, ob die Buchstaben nicht modern, und ob der Gemmenschneider nicht vielmehr den Horaz damit bezeichnen wollte.

ANMERKUNGEN:

1 Visc. Icon. rom. p. 45 ff.
2 Bei Visc. Icon. rom. XI. 1. 2; auch bei Korais Hellen. Biblioth. V; Gypsabgüsse in Berlin Nr. 1193 A und Dresden Nr. 204. Vgl. E. Braun Mus. p. 702.

Credits:
1962. Photo: M. Tullij Ciceron. Rechi v dvuh tomah. t. I. Izd-vo AN SSSR, M., 1962. S. 48.
Description: J. J. Bernoulli. Römische Ikonographie. T. I. Die Bildnisse berühmter Römer.
Stuttgart, Verlag von W. Spemann, 1882. S. 9899.
RUSSIAN

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