Roman male portrait bust, so-called Marcus Antonius.

Fine-grained yellowish marble. Flavian age (69—96 CE).
Height 68 cm.

Rome, Vatican Museums, Chiaramonti Museum, New wing, 89
(Musei Vaticani, Museo Chiaramonti)

Origin:
Found near Tor Sapienza before Porta Maggiore in 1830 or 1831.
Description:
Deutsch 97A. Römische männliche Porträtbüste, sog. Marcus Antonius (Taf. XVI).

H. 0,68 m. Feinkrystallinischer gelblicher Marmor.

Ergänzt untere Hälfte der Nase, Brauen mit Teil des r. Oberlides, Randteile des r. Ohrs, viereckige Basisscheibe. Abgebrochen war die r. Schulter. Bestofsen Locken oben, l. Ohrläppchen, Kinn, Fufs.


Oben und unten profilierter, runder Fufs; darüber flavische Schulterbüste; der Kopf ziemlich stark nach der r. S.113 Schulter gewendet. Volle Formen; Anlage zu Doppelkinn; schmale Lippen; weichlicher, unbestimmter Ausdruck. Vorne starke, wirr gelockte, sorgfältig mit dem Bohrer unterarbeitete, hinten glatt anliegende Haare. Gut ausgeführt, aber conventionell.
Gefunden 1830 oder 31 in einer Grotte bei Tor Sapienza vor Porta maggiore zusammen mit Nr. 106 und angeblich einer Büste des Augustus, die in den Pal. Casali gekommen wäre. Nachforschungen haben ergeben, dafs sich dort keine solche Büste befindet (Köhler-Brunn Bullettino d. I. 1864 S. 8; Archäol. Zeitung 1864 S. 156*). Allein auf jene Annahme hin aber wurde Nr. 97A Marcus Antonius, Nr. 106 Lepidus genannt. Es kommt hinzu, dafs beide Büsten nicht einmal aus derselben Zeit stammen, sondern diese aus der flavischen, jene der trajanischen Epoche, also doch wahrscheinlich Männer der betreffenden Perioden darstellen. Dem gegenüber bedeutet es nichts, dafs nach Helbig das Profil von 97A mit einem Münzporträt des Marcus Antonius eine gewisse Ähnlichkeit zeigt.

Nach der Inschrift an der r. Seite der Stütze C• C• 1831• wurde die Büste in jenem Jahre vom Vatican erworben. Wenn sie bei Pistolesi publiciert ist, dessen Titelblatt die Jahreszahl 1829 trägt, so mufs man annehmen, dafs die Ausgabe jenes Bandes 1829 beabsichtigt war, aber erst einige Jahre später erfolgte (vgl. Nr. 26 u. 38). Die Büste stand nach Pistolesi zunächst an Stelle von Nr. 112 (s. dort); in der Beschreibung d. St. Rom ist sie nicht genannt.


Pistolesi Taf. XXVIII 2; Braun Ruinen und Museen Roms S. 253 Nr. 18; Bernoulli Römische Ikonographie I S. 207 Fig. 30; Helbig Nr. 41; Crowfoot Journal of hell. studies 1900 S. 35 ff. Taf. IV.

Photographie Alinari 6597 (2); Anderson 1400; Moscioni 3670 (cab.); beim röm. Institut Nr. 674.

© Text: W. Amelung. Die Sculpturen des Vaticanishen Museums. Berlin, 1903. Band I. S. 112—113.

Archäologische Zeitung 1864 S. 156*:


Dr. U. Köhler berichtete über die im Palazzo Casali von ihm und Professor Brunn angestellten Nachforschungen nach einer angeblich daselbst befindlichen Büste des Augustus. Statt dessen fand sich nur ein Kopf Cäsars; es ward die Wichtigkeit dieses Umstandes hervorgehoben, indem sich die Benennung der sogenannten Köpfe des M. Antonius und des Lepidus im Braccio nuovo hauptsächlich darauf gründet, dass sie gemeinsam mit jenem Kopfe des Augustus gefunden seien. Die Sache scheint dadurch unmöglich zu werden, dass die beiden Büsten im Braccio nuovo etwa in den dreissiger Jahren gefunden sein müssen, während die im Palazzo Casali aus weit älterer Zeit herrührt und dass ferner die letztere eben nicht einmal den August, sondern den Cäsar darstellt; endlich hat der sogenannte Lepidus einen Bart, und auch die Arbeit der beiden vaticanischen Köpfe scheint verschieden.

Credits:
(ρρ) 2008. Photo: Sergey Sosnovskiy (CC BY-SA 4.0).
© 1903. Text: W. Amelung. Die Sculpturen des Vaticanischen Museums. Berlin, 1903. Band I. S. 112—113.
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